Warum brauchen wir überhaupt eine Hochzeitsfotografin?

Du liest diesen Beitrag von mir, weil in Bälde eure Hochzeit bevorsteht (meinen herzlichsten Glückwunsch! =)), oder du jemandem bei der Planung hilfst? Ihr steckt vermutlich tief drin in den Vorbereitungen. Die passende Location ist gebucht, das wunderschöne, einzigartige aber auch teure Kleid ist schon gewählt, Inspiration für die Hochzeitsfrisur eingeholt oder sogar bereits probegesteckt, die Torte geplant, das Catering nach einem Probeessen in Auftrag gegeben, und jetzt fehlen noch die schönen Details, wie Deko, Tischkärtchen, Blumengestecke und und und… Nicht zu vergessen die wichtigen Details des Ablaufs, die den Tag zu einem einzigartigen, spannungsgeladen Ereignis voller besonderer Höhepunkte machen, über die eure Gäste noch nach Jahren sprechen werden.

Dini & Chris, Hessenpark Neu Anspach

Ich weiß selbst noch, wie es bei mir damals war. “Damals” liegt für mich jetzt schon einzelne Jährchen zurück, im August vor 4 Jahren feierten Patrick und ich unsere standesamtliche Hochzeit im Familienkreis bei uns im Garten und 8 Tage später in einer romantischen alten Mühle, die zu Café und Eventlocation umgebaut wurde mit rund 70 Gästen in einer freien Trauung.

Wie du vielleicht schon in meiner Bio gelesen hast, ist mein erstes Studium ein Künstlerisches gewesen, weswegen ich viel Wert auf die Details lege. Manches machte ich selber, anderes delegierte ich, und wo ich keine Erfahrungen hatte, erläuterte ich den Rahmen und die Stimmung, die rüberkommen sollte (z.B. Orange und Blau als Farben, die Blumen sollten “sommerlich”, wie gerade aus dem Garten gepflückt, wirken, für die Friseurin machte ich grobe Skizzen und sie entwickelte darauf aufbauend meine Frisur), was auch umwerfend umgesetzt wurde.

Ich würde mich als hochsensiblen Menschen bezeichnen, weswegen es oft gar nicht so einfach war, all diese geballten Eindrücke in mich aufzunehmen. Ich war tatsächlich eine der Bräute, der die Tränen kamen, als sie dann bei der Anprobe schließlich im “richtigen” Kleid steckte. Wenn manchmal zu viele Detailanfragen von z.B. meiner Mama auf mich zukamen, musste ich sie irgendwann abwimmeln und ihr sagen, dass ich ihr voll und ganz vertraue, mich gerne auch bei gewissen Dingen überraschen lasse. Es war wie ein zu riesiger, süßer, köstlicher Kuchen, der einen völlig überwältigt, den man am liebsten komplett verschlingen würde, ihn aber nur in kleinen Bissen schafft.

Mein Hochzeitstag selbst ging, wenn ich jetzt im Nachhinein überlege, viel zu schnell rum. So lange hat man in den Vorbereitungen gesteckt, geplant, umgeworfen, gebangt, gefrustet, sich drauf gefreut, und WOW dann ist es wirklich soweit, es ist DER Tag und kaum setzt man die Füße vom Bett auf den Boden reißt er einen hinein in seinen Sog. Der geplante Ablauf greift, führt einen durch den Tag (Frühstück, Ankunft der Fotografen, Friseur, Ankleiden mit den Brautjungfern…) und schon läuft man der Musik und dem Traummann entgegen, begleitet von den treuen Brautjungfern und taucht ein in ein Meer aus erwartungsvollen und fröhlichen Gesichtern, Emotionen, Worten, klirrenden Sektgläsern, kleinen Katastrophen… Ich habe es gar nicht geschafft, mit allen Gästen richtig zu reden, habe vor Aufregung kaum etwas von dem heiß ersehnten und genau nach meinen Wünschen abgestimmten Bio-Buffet runtergekriegt, war einfach nur froh, dass der Tagesablauf so gut geplant war (nicht zu strikt, nicht zu vage) und ich von allen Seiten super unterstützt und durchgetragen wurde.

Und dann war es auch schon vorbei. Wow, das war er gewesen, unser Hochzeitstag. Der große Tag. Erst beim Durchstöbern der Geschenke und Überbleibsel am nächsten Tag liefen dann so richtig die Tränen bei mir, so gerührt und beschenkt habe ich mich gefühlt, so viel Liebe, wie man sie gar nicht auf einmal in sich aufnehmen kann. Die schönen Blumen, Karten und der Rest der Hochzeitstorte ließen uns noch ein paar Tage in diesem nicht richtig in Worte zu fassenden und nicht zu begreifenden Gefühl schwelgen, doch dann waren die letzten Blumen verdorrt und mussten entsorgt werden, die Torte war aufgegessen, und ja, was blieb?

Womit habe ich nur diesen Traummann verdient? Foto: Alex Bay

Patricks und meine Hochzeitsfotos schossen ehemalige Kommilitonen von der Kunstakademie von mir, Laura & Alex. Und glaube mir, diese Bilder sind ein wertvoller Schatz, nicht nur für uns, für unsere ganze Familie und Freunde, jeder hatte etwas davon. Vieles konnten wir erst im Nachhinein durch die Fotos richtig miterleben und nachholen, weil wir es an dem Tag gar nicht richtig wahrnehmen konnten, es komplett an uns vorbeigegangen ist vor lauter Input oder unsere Fotografen uns noch einmal eine ganz neue Perspektive ermöglichten. Immer wieder sehen wir uns die Fotos an und denken uns: Ach, die Blumendeko war einfach vollendet, besser, als wir uns das jemals ausgemalt hatten. Das mit den Kerzen und Fackeln brachte die erhoffte Lichtstimmung, auf die ich so viel Wert gelegt hatte. Und wie schick jeder ausgesehen hat. Und oh das Wetter war doch eigentlich viel besser, wie wir es damals empfunden haben. Patricks Schmunzeln, als er die Bilder seiner nervösen Braut bei der Friseurin sah. Und meine schönen Haare und die kleinen Momente zwischen den Gästen, die wir gar nicht mitbekommen haben und der Tanz, der so schnell vorbei war, nur noch verrauschte Erinnerungen, aber ach das eine besondere Foto, das all die Gefühle und Hoffnungen genau einfängt. Verstohlene Blicke, die man sich zuwarf, die ausdrücken, was man nicht in Worte fassen kann, und die der andere nie so wahrgenommen hat.

Ganz ehrlich: Ich habe einige Verwandte, die gut, sogar richtig gut fotografieren, und damals als Amateurfotografen eine teurere Ausrüstung als ich hatten, obwohl ich damit schon Geld verdiente. Aber ich sagte ihnen, dass ich es nicht von ihnen erwarte, dass sie ihre Kameras mitschleppen. Ich wollte, dass sie die Feier einfach genießen, als unsere Gäste. Glaube mir, man nimmt ein Event komplett anders wahr, wenn man es einfach nur auf sich wirken lässt, als wenn man die ganze Zeit durch den Sucher blickt. Man ist dann zu sehr in seiner rationalen, technischen Seite, mit zuwenig Zugriff auf seine Emotionen. Und was wäre, wenn der erhoffte Onkel Harald mit der guten Kamera Verspätung hat? Was, wenn man es mit extremen Lichtbedingungen zu tun hat, die ein gutes Equipment und den richtigen Umgang erfordern, um das Beste herauszuholen?

Uli & Marc, Köln

Ich würde von mir behaupten, dass ich ein Mensch bin, der ein gutes Verhältnis zu seinen Emotionen hat, und dass emotio und ratio bei mir gut ausgewogen sind. Ja, auch mir kommt oft noch das ein oder andere Tränchen als Hochzeitsfotografin, wenn dann das Brautpaar, das ich schon einige Zeit vor dem großen Tag kennen gelernt habe in einem persönlichen Gespräch oder sogar schon in einem Shooting, sich dann das Jawort gibt und ich die Emotionen der Familie und engsten Freunde in mich aufnehme. Aber es ist schon ein sehr großer Vorteil, den man als Außenstehende hat, dass man (auch dank der langjährigen Erfahrung) sich nicht zu sehr reinziehen lässt, sondern stets viel Erfahrung, Bewusstsein und Achtsamkeit wahrt und dadurch den Blick fürs Ganze nicht verliert. Zumal wir vorher genau abgesprochen haben, wie der Ablauf ist und worauf ihr besonderen Wert legt, sodass ich hinterher in Bildern die Story eures Tages und dieses wichtigen Meilensteins eurer Liebe und eures gemeinsamen Weges erzählen kann.

Man selbst als Fotograf bringt auch nochmal seinen persönlichen Blickwinkel in die Situation mit ein, und man geht völlig unvoreingenommen an die Sache heran, liegt z.B. mit keinem der Verwandten im Klinch und würde sich deswegen mit der Kamera nicht rantrauen. 😉 Aus diesem Grund wirkt ein Fotograf oft sogar entspannend und entschärfend, gerade in solch einer Situation, wo Familienmitglieder oft nach langer Zeit erstmals wieder zusammentreffen. Aus meiner Erfahrung genießen es die Gäste, wenn sie jemanden haben, den sie mal ansprechen können. Stets bin ich gerne die besondere Ansprechpartnerin der Braut, vermittle Ruhe und Sicherheit (ich selbst war völlig kopflos an meinem Hochzeitstag und auf Halt angewiesen, vor allem super dankbar für Alex’ entspannende Anwesenheit und Ablenkung während des Stylings) und habe schon in der ein oder anderen kleidungstechnischen “Notfallsituation” ausgeholfen.

Ja, meine wichtigsten Gründe habe ich genannt, doch hier noch ein paar kleinere: Ich ließ meine Gäste von Vornherein wissen, dass Profis anwesend sein würden, da ich auch vermeiden wollte, dass dann jeder jedes Gerät, was des Fotografierens mächtig ist, ständig ins Geschehen hält. So etwas empfand ich auf vergangenen Veranstaltungen, auf denen ich die Fotografin war, als extrem störend und unromantisch. Und ganz ehrlich, wie viel Brauchbares kommt dabei wirklich raus? Und wieviel haben die Brautleute schon davon? Überlege einmal selbst, wo du es schon bei anderen Aktivitäten und Feiern von dir erlebt hast, dass du den Leuten dann ewig hinterhergerannt bist und sie totgenervt hast, bis sie mit dir die Bilder teilen und das Erhoffte ist dann doch nicht dabei. Bei mir wisst ihr, dass ihr eine hochqualitativ bearbeitete Bildserie wie aus einem Guss bekommt. Solltet ihr aus irgendeinem Grund eure Fotodaten verlieren, so könnt ihr darauf vertrauen, dass sie bei mir dauerhaft (und doppelt) gesichert sind.

Tatjana & Duran, Wiesbaden

Auch ein wichtiger Punkt: Wen auch immer du buchst für deine Feier, frage immer danach, wie lange es braucht mit den Bildern. Ich liebe meine Hochzeitsfotos, musste aber fast ein halbes Jahr auf sie warten und ständig meine Verwandten vertrösten, da meine Fotografen hauptberuflich anderweitig stark eingespannt sind. Meine Kunden haben oberste Priotität und erhalten ihre Bilder in der Regel innerhalb von zwei Wochen, inklusive passwortgeschützter Online-Galerie, die man über einen Link schnell und einfach an alle Gäste versenden kann.


Klingt das gut für euch und wollt ihr diesen wichtigen Punkt eurer To-Do Liste guten Gewissens abgehakt wissen? Gerne erhaltet ihr von mir obendrein Inspiration und konkrete Tipps für die Planung eures großen Tages. Es wäre mir eine besondere Ehre, diese unverzichtbare Rolle derjenigen für euch einzunehmen, die euch unvergessliche Erinnerungen an euren gemeinsamen großen Start schenkt. Angebot Hochzeitsreportage

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